links

 

Frauen in Entscheidungspositionen

Frauen sind trotz ihrer im Durchschnitt hohen Qualifikationen und gestiegenen Arbeitsmarktbeteiligung in Entscheidungspositionen noch immer deutlich unterrepräsentiert. Dies betrifft nicht nur die Partizipation von Frauen in den höheren Ebenen öffentlicher und privater Unternehmen, sondern auch ihre Anteile an politischen Ämtern und Entscheidungsprozessen.


Definitionen und Abgrenzungen dazu, was auf der Unternehmensebene als Führungs- und Entscheidungsposition gezählt wird, können je nach Datenquelle differieren. Durch das Statistische Bundesamt werden die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen, Aufsichtsrats- und Vorstandspositionen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst darunter gefasst.


Frauen arbeiten seltener als Männer in den höchsten Entscheidungspositionen und haben eher untere und mittlere Führungspositionen inne. Es besteht zudem in Leitungspositionen eine Ungleichbezahlung zwischen Frauen und Männern, die Vollzeit arbeiten, vgl. DIW-Führungskräfte-Monitor 2017. In der DIW-Auswertung werden außerdem geschlechterdifferenzierte Zahlen zu Führungspositionen und Migrationshintergrund angegeben: So hatten im Jahr 2015 27 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer in Führungspositionen in der Privatwirtschaft einen Migrationshintergrund (ebd., S. 45f.).


Auf der EU-Ebene gibt es bislang keine Quotenregelung für Führungspositionen, und nur wenige Mitgliedsstaaten verfügen über eigene, nationale Zielsetzungen: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, die Niederlande, Spanien und Deutschland.

Die niedrigen Anteile von Frauen in Entscheidungspositionen in Deutschland werden neben entsprechenden Maßnahmen (in wenigen Unternehmen) und ESF-Programmen wie „Frauen an die Spitze“ in der Förderperiode 2007–2013 seit Mai 2015 auch durch das Gesetz zur Geschlechterquote adressiert: Das Gesetz betrifft mit der Quote von mindestens 30 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten gut 100 Unternehmen, die Quotenpläne veröffentlichen müssen, was dazu geführt hat, dass der Frauenanteil inzwischen auf gut 30 Prozent angestiegen ist. In den Vorstandsetagen sind Frauen im Durchschnitt allerdings nur mit einem Anteil von 7,9 Prozent vertreten (DIW-Managerinnen-Barometer 2018).
Im Jahr 2017 wurde in den DAX-30-Unternehmen erstmals ein Frauenanteil in Aufsichtsräten von 33,3 Prozent erreicht, der Frauenanteil in Vorständen betrug rund 13 Prozent (ebd.).

Zusätzlich muss in 3.500 börsennotierten oder mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland eine selbst zu wählende Quote festgelegt werden. Freiwillige Zielsetzungen betreffen auch Vorstandsposten, hierbei sind die Frauenanteile mit 7,2 Prozent nach wie vor extrem niedrig (ebd.).


Im Operationellen Programm (OP) des Bundes für den Europäischen Sozialfonds in der Förderperiode 2014–2020 wird auf die Erhöhung der Frauenanteile in Entscheidungspositionen Bezug genommen:
„Je nach Interventionsbereich in den Prioritätsachsen werden folgende Ziele entweder explizit oder implizit adressiert: […], Erhöhung des Anteils von Frauen als Fach- und Führungskräfte in der Sozialwirtschaft.“ (OP, S. 200).


! Hier finden Sie Literatur- und Statistikhinweise zu Frauen in Entscheidungspositionen:

Statistiken und Veröffentlichungen zu Frauen in Entscheidungspositionen

Im Auftrag von
Bundesministerium für Arbeit und SozialesEuropäischer Sozialfonds für DeutschlandEuropäische UnionZusammen. Zukunft. Gestalten.