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Erwerbslose, Arbeitslose und Langzeitarbeitslose

Arbeitslose und Erwerbslose sind ähnliche, aber keine identischen Personengruppen. Zum Thema Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung stehen umfangreiche statistische Hinweise von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Begriffserläuterungen (siehe S. 7-9) zu Erwerbslosigkeit und Arbeitslosigkeit finden sich bei der Agentur für Gleichstellung im ESF (Förderperiode 2007–2013).


Beide Systeme lassen grundsätzlich gesonderte Betrachtungen zu, bspw. für Frauen und Männer und für einzelne Altersgruppen, einschließlich Kreuzungen dieser soziodemographischen Merkmale, da diese Informationen zumindest teilweise personenbezogen erhoben werden. Dennoch sind nicht alle Statistiken auch in geschlechterdifferenzierter Darstellung unmittelbar verfügbar, und auch in Statistiken, die Geschlecht als Kategorie berücksichtigen, ist dies oftmals nur eine Kategorie neben anderen, wie Migrationshintergrund/Staatsangehörigkeit oder bspw. Dauer der Arbeitslosigkeit, aber keine durchgängig zusätzliche Merkmalsergänzung, wie z. B. Langzeitarbeitslosigkeit nach Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund kombiniert.


Bei der Analyse des Arbeitsmarktes sind viele Aspekte einzubeziehen, insbesondere die geschlechtsspezifische Segregation in der beruflichen Bildung und auf dem Arbeitsmarkt sowie weitere soziodemographische Merkmale wie Migrationshintergrund, Alter und Beeinträchtigung.
Im Zusammenhang mit der Lebensverlaufsperspektive spielen der Bildungs- und Berufsabschluss gekoppelt mit Geschlecht plus Alter im Zusammenhang mit dem familiären Status, ob mit oder ohne Kinder/n, mit oder ohne familiale/n Betreuungs- und Pflegeaufgaben eine wesentliche Rolle beim Zugang und hinsichtlich der Positionierung auf dem Arbeitsmarkt, der Erwerbsbeteiligung, des Umfangs bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie der Einkommenshöhe. Im Hinblick auf Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit bestehen zudem große regionale Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland.


Die Arbeitslosenquoten von Frauen sind zwar insgesamt etwas niedriger als diejenigen von Männern, Frauen sind jedoch häufiger unterbeschäftigt und länger arbeitslos, profitieren weniger von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und beziehen seltener als Männer Arbeitslosengeld (vgl. dazu Bundesagentur für Arbeit: Die Arbeitsmarktsituation von langzeitarbeitslosen Menschen 2016, S. 9, oder WSI GenderDatenPortal zur „Arbeitslosigkeit“). Zudem gehen Frauen häufiger als Männer aus der Arbeitslosigkeit in Nichterwerbstätigkeit ab und seltener in Erwerbstätigkeit, und Frauen sind insgesamt zu einem wesentlich höheren Anteil unter den Nichterwerbspersonen vertreten (siehe die Zielgruppe Nichterwerbspersonen).


Im Operationellen Programm des Bundes für den Europäischen Sozialfonds in der Förderperiode 2014–2020 wird im Zusammenhang mit der Mobilisierung von Erwerbspotential konkret auf arbeitslos gemeldete Frauen und weibliche Nichterwerbspersonen Bezug genommen:
"Dennoch existiert nach wie vor eine große sog. „stille Reserve“ bei Frauen (aber auch bei Männern, wenn auch nicht in einem so großen Ausmaß wie bei den Frauen). Frauen stellen das größte ungenutzte Erwerbspotenzial.“ (OP, S. 3; siehe auch OP, S. 199);
"Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere von nicht-erwerbstätigen Frauen sowie Müttern mit Migrationshintergrund“ (OP, S. 5) und
"Zielgruppe der geplanten Maßnahmen [in der Investitionspriorität 8iv; Anm. der Autorin] sind Mütter mit Migrationshintergrund, die keiner regulären und damit existenzsichernden Beschäftigung nachgehen.“ (OP, S. 42).

Durch den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit soll zur Verringerung von Armut(srisiken) beigetragen werden:
"Deutschland hat in den NRPn [Nationalen Reformprogrammen; Anm. der Autorin] festgelegt, das Ziel der Verringerung der Zahl von Armut und Ausgrenzung bedrohter Personen über die Reduktion der Zahl Langzeitarbeitsloser zu verfolgen.“ (OP, S. 6)
Dabei stehen vor allem geringqualifizierte Frauen und Männer, Menschen ab 50 Jahren, „Ausländer/innen“ und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen im Fokus (OP, S. 7).


! Hier finden Sie Hinweise auf Fundstellen mit explizit geschlechterdifferenzierten Daten zu Erwerbslosen, Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen:

Daten zur Arbeits- und Erwerbslosigkeit

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