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Jugendliche und junge Frauen und Männer

In der ESF-Förderperiode 2014–2020 soll der strukturelle Zugang zu Ausbildung und Arbeit für bildungs- und arbeitsmarktferne junge Menschen verbessert und das Bildungsniveau insgesamt angehoben werden, u. a. durch Senkung der Schulabbruchquote und Erhöhung der Bildungsabschlüsse.
Um den Abbau von Armut(-srisiken) voranzubringen, werden Jugendliche mit Migrationshintergrund, Jugendliche mit Beeinträchtigungen und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf verstärkt dabei unterstützt, ihre schulischen und beruflichen Bildungswege erfolgreich zu absolvieren. So soll bspw. die Ausbildungsbeteiligung junger Menschen mit Migrationshintergrund deutlich erhöht werden.
„Bildung ist insbesondere für Jugendliche Grundvoraussetzung für eine längerfristige Arbeitsmarktintegration und gesellschaftliche Teilhabe sowie die Absenkung ihrer häufig überdurchschnittlich hohen Armutsrisiken.“ (Operationelles Programm (OP), S. 8)
„Migranten/-innen und Frauen kommt dabei in allen Förderbereichen eine besondere Rolle zu (Mainstreaming).“ (OP, S. 9).


Der Bildungs- und Berufsabschluss spielt also eine wesentliche Rolle beim Zugang zum Arbeitsmarkt und hinsichtlich der Positionierung, der Erwerbsbeteiligung, des Umfangs bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie der Einkommenshöhe. Sowohl im Bereich der (beruflichen) Bildung als auch auf dem Arbeitsmarkt besteht allerdings eine starke Segregation nach Geschlecht, die – einhergehend mit der Zuweisung von Haus- und Sorgearbeit an Frauen – in einem unmittelbaren Zusammenhang damit steht, wie im Unterschied jungen Frauen und Männern in ihrer Vielfalt der Einstieg in berufliche (Aus-)Bildung und Arbeit jeweils gelingt bzw. die mit Hürden an unterschiedlichen Stellen einhergeht. Beispielsweise haben junge Frauen im Vergleich zu jungen Männern inzwischen zwar durchschnittlich höhere Schulabschlüsse, diese machen sich für Frauen bei der Einmündung in den Arbeitsmarkt aber nicht adäquat bezahlt.
Ebenso sind junge Frauen mit einem niedrigen oder ohne Schulabschluss mit deutlich größeren Schwierigkeiten an den Übergängen Schule–Ausbildung oder Ausbildung–Arbeitsmarkt konfrontiert als ihre männliche Vergleichsgruppe, was unmittelbare Auswirkungen auf die jeweiligen Einkommensperspektiven und ggf. Armutsrisiken hat.


Für die meisten Jugendlichen vollzieht sich der Übergang von der Schule in den Beruf über die Systeme der beruflichen Bildung, z. B. die duale und die schulische Berufsausbildung, die einen vollwertigen Berufsabschluss zum Ziel haben, oder die (Fach-)Hochschulausbildung. Bei den Ausbildungsformen sind junge Frauen und Männer nicht gleich verteilt. So ist das Berufswahlspektrum von jungen Frauen enger als das von jungen Männern, und Frauen befinden sich zudem häufiger in der vollzeitschulischen, z. T. kostenpflichtigen Ausbildung, und Männer eher in der betrieblichen Ausbildung mit Ausbildungsvergütung und Anbindung an ein Unternehmen (vgl. WSI GenderDatenPortal zur Berufs- und Studienwahl).


In der (Fach-)Hochschulbildung bestehen nach wie vor nicht nur sehr unterschiedliche Verteilungen von Frauen und Männern auf die jeweiligen Fächergruppen (vgl. WSI GenderDatenPortal zu Studienfächern), so sind Frauen in technischen und mathematischen Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert. Insgesamt studieren inzwischen mehr Frauen als Männer, aber mit zunehmender Position werden die Frauenanteile auch im (Fach-)Hochschulkontext geringer, das gilt ebenso für Dissertationen und stärker noch für Promotionen (vgl. Statistisches Bundesamt: Auf dem Weg zur Gleichstellung).


Um die Benachteiligungen abzubauen, die derzeit für viele Jugendliche und junge Frauen und Männer bestehen, sollen in der aktuellen ESF-Förderperiode ebenfalls die diskriminierenden Einstellungen und Strukturen in Betrieben und öffentlicher Verwaltung abgebaut werden (vgl. OP, S. 198). Um geschlechtsspezifische Benachteiligungen von Frauen abzubauen, müssen deshalb auch in der Organisations- und Personalentwicklung Gender-Ansätze (mit Bezug auf Frauen und Männer in ihrer Vielfalt) eingesetzt werden.


Zukunftsträchtige Berufsbereiche mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen, bspw. im Bereich der Green Economy (s. OP, S. 199), sollen langfristig mehr jungen Frauen und Männern zugänglich gemacht werden. Hierbei ist die Adressierung von Mädchen und jungen Frauen in ihrer Vielfalt wesentlich, um die Geschlechtersegregation der beruflichen (Aus-)Bildung und des Arbeitsmarktes abzubauen und gute Voraussetzungen für die Einmündung in existenzsichernde Beschäftigung zu schaffen.

 

! Im Folgenden sind Literatur- und Statistikhinweise zur Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Frauen und Männer zusammengestellt:

Jugendliche und junge Frauen und Männer

Allgemeine Bildung

Berufliche Bildung

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