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Green Economy

Es existiert keine einheitliche Definition der Green Economy/grünen Wirtschaft und Green Jobs/grünen Arbeitsstellen. Ebenso wenig stehen allgemein anerkannte Statistiken zur Verfügung, in denen Vergleiche der Green Jobs zwischen Sektoren, Ländern oder über Zeitreihen vorgenommen würden (vgl. GIZ 2014: Beschäftigungswirkungen Green Economy).

Ausgehend davon, dass jeder Job grüne Aspekte aufweist oder aufweisen kann, wird von einem „Greening“ von Berufsbildern gesprochen. Mit dem Greening wird der Prozess der ökologischen Umgestaltung hin zu einer kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Wirtschaftsweise beschrieben (vgl. UnternehmensGrün 2017: Greening der Berufe und nachhaltige Arbeitswelt).


Auf der Rio+20-Konferenz der Vereinten Nationen über Nachhaltige Entwicklung im Jahr 2012 war Green Economy ein Leitthema. Grundsätzlich wird mit dem Begriff eine Art zu wirtschaften beschrieben, die „menschliches Wohlergehen steigert und soziale Gleichheit sicherstellt, während gleichzeitig Umweltrisiken und ökologische Knappheiten erheblich verringert werden.“ (vgl. UNEP 2011, S.16).

Green Economy kann somit als eine Wirtschaftsform verstanden werden, die CO2-arm, ressourceneffizient und gleichzeitig sozial inklusiv ist. Bei der Forschung und Datenerhebung zur Green Economy geraten jedoch die sozialen Dimensionen, wie bspw. soziale Gerechtigkeit, Geschlechterverhältnisse oder (globale) Arbeitsverteilung, häufig ins Hintertreffen. Eine Bezugnahme auf die Bedingungen für „gute Arbeit“ / „decent work“ und gesellschaftliche Inklusion findet sich aber bspw. bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).


Die Datenerfassung und -darstellung zur Green Economy speist sich aus unterschiedlichen Konzepten und thematischen Feldern wie z. B. Umweltwirtschaft und -güter, umweltorientierte Dienstleistungen, Beschäftigungseffekte oder Wachstumspotentiale der Green Economy. Berufe und Wirtschaftszweige, die unter Green Jobs / Green Economy aufgeführt werden, haben einen direkten oder indirekten Umweltbezug und stehen somit im Kontext von Ressourcenschonung, Klimawandel, Energiewende, Umweltschutz oder dem Erhalt der biologischen Vielfalt.
Somit steht für die Datenerhebung die Kategorie „Green Economy“ nicht direkt zur Verfügung, sondern die Daten beziehen sich auf Kategorien wie Klimaschutzgüter, Beschäftigung im Umweltschutz oder Umweltwirtschaft. Vom Umweltbundesamt (UBA) wird die Umweltwirtschaft als Querschnittsbranche definiert, die alle Unternehmen umfasst, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen anbieten (Umweltwirtschaft und grüne Zukunftsmärkte, UBA, 2017).


Im Bereich der Umwelt- und Effizienztechnologien ist ein stetiges Wachstum zu verzeichnen, und Produkte, die umweltfreundlich und ressourcenschonend hergestellt wurden, werden vermehrt nachgefragt (ebd.). In Deutschland wurden im Bereich der Umwelttechnologien im Jahr 2013 rund 13 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Bis 2025 wird sich dieser Anteil voraussichtlich auf 20 Prozent erhöhen (UBA 2018: Grüne Zukunftsmärkte / Umweltschutzwirtschaft).


Ein weiterer Ansatz zur Datenerhebung im Bereich der Green Economy ist die Definition und Abgrenzung der sog. potenziellen Umweltschutzgüter, die von Wirtschaftsforschungsinstituten in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt entwickelt wurde und die Güter umfasst, die in ihrer Funktion dem Umwelt- und Klimaschutz dienen (UBA / BMU 2013: Umweltschutzgüter). Der Welthandel mit Umwelt- und Klimaschutzgütern stieg in den letzten Jahren rasant an. Der deutsche Welthandelsanteil an Umweltgütern lag 2013 bei 14,8 Prozent – Deutschland ist nach wie vor weltweit der größte Umweltexporteur (UBA 2015: Umweltwirtschaft in Deutschland 2015).

Für die zentralen grünen Zukunftsmärkte (Energieeffizienz, umweltfreundliche Energieerzeugung, nachhaltige Wasserwirtschaft und Mobilität, Materialeffizienz, Abfallmanagement und Recycling) wird angenommen, dass sich das Weltmarktvolumen mehr als verdoppeln wird: von 2,0 Billionen Euro im Jahr 2011 auf 4,4 Billionen Euro im Jahr 2025 (UBA 2018: Wirtschaft und Umwelt).


Für den deutschen Arbeitsmarkt eröffnen sich im Bereich der Green Economy große Potentiale für den Ausbau der Beschäftigung durch neue Unternehmen und Arbeitsplätze sowie durch zusätzliche Berufsprofile. Eine Abbildung der Entwicklung der Arbeitsbereiche kann aufgrund der unzureichenden Datenlage jedoch nicht vollständig erfasst werden. So sind die über 2,6 Millionen Beschäftigten, die in Deutschland im Jahr 2014 im Umweltschutz tätig waren, als Untergrenze zu verstehen (vgl. UBA / BMU 2019: Beschäftigte im Umweltschutz).


Durch den ESF soll zur Umsetzung der Strategie Europa 2020 in der Förderperiode 2014–2020 beigetragen werden, um die Transformation der Wirtschaft in Richtung einer Green Economy mitzugestalten.
Im Operationellen Programm des Bundes für den Europäischen Sozialfonds in der Förderperiode 2014–2020 wird festgehalten, dass das Europa 2020-Ziel, die Beschäftigungsquote bei den 20- bis 64-Jährigen auf 75 Prozent anzuheben, nur erreicht werden kann, „wenn dabei den Herausforderungen des Klimawandels sowie der wachsenden Bedeutung der Energie- und Ressourceneffizienz Rechnung getragen wird.” (OP, S. 16f.).

Damit einher geht die Herausforderung, dass „für die dauerhaft erfolgreiche Umsetzung einer nachhaltigen, klimaschonenden Wirtschaftsweise [...] Personen mit zusätzlichen Qualifikationen über die traditionelle Fachausbildung hinaus benötigt” werden (OP, S. 196).

Dazu sollte auf die „Möglichkeiten einer Neuausrichtung bereits bestehender Berufe auf eine klima- und ressourcenfreundliche Wirtschaftsweise, also auf das „Greening“ von Berufsbildern gesetzt werden.“ (OP, S. 108)

Weiter gibt es im OP einen expliziten Bezug auf die Förderung von Mädchen und Frauen in den Berufen der Green Economy. Es ist somit vorgesehen, dass „Frauen und Mädchen ermutigt werden [sollen], sich für Berufe im Bereich der Green Economy zu entscheiden, insbesondere der energetischen Gebäudesanierung, aber auch anderen technisch-naturwissenschaftlichen Richtungen.” (OP, S. 16f.).


! Hier finden Sie Literatur- und Statistikhinweise, die Daten zum Themenbereich "Green Economy" enthalten:

Basisdaten zur Green Economy

Im Auftrag von
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